Unser Garten
unser Garten ist? - ja, wie ist er denn?
Er ist so vieles, nur kein durchdesigntes, gestriegteltes, geschniegeltes, seelenloses Irgendwiegrün bzw Schotterödnis.
ER ist Leben, er ist Vielfalt, naturbelassen und ein wenig wild - zur Freude unserer gefiederten Freunde, der brummenden Hummelschar, der Bienen, Schmetterlinge und uns Menschen.
Englischer Rasen? – Fehlanzeige! im Haus Anton Obermaiselstein
Wir lassen wachsen, wir erwarten freudig, was idieses Jahr kommen mag und wird - beginnen tut das Jahr immer gleich;
keck recken die Winterlinge als die Ersten der Saison ihre dottergelben Köpfchen in die frühen wärmenden Sonnenstrahlen. Auch lassen die Krokusse nicht mehr lange auf sich warten und schieben ihre Blütenpracht ans Licht um den Frühling zu begrüßen. Das Veilchen, Buschwindröschen, Schlüsselblümchen und der Blaustern warten auch nicht länger, -
wem fallen da nicht Mörikes Herz und Gemüt erwärmenden Verse ein?
„Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
– Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!"
Eduard Mörike (1804 – 1875)
Löwenzahn und Vergißmeinnicht grüßen ebenfalls den Frühling, gemeinsam mit der Blüte der Felsenbirne und des alten Apfelbaumes. Stare bewohnen längst die Nistkästen – Spatzen, Rotkehlchen, Meisen, Finken, Rotschwänzchen und die vorwitzigen Amseln sind nun Dauergäste und auch die Stiglitze schauen gerne vorbei.
Die Tulpen in ihrer frabigen Pracht lachen in die sonnigen Tage, Gänseblümchen strahlen aus dem „Rasen“
der Frühsommer kommt ein jedes Jahr ein wenig anderst, `mal sind mehr von dieser dann von jener Pflanze da – so ist die Natur, so ist das Leben.
Lassen wir es gewähren – es ist recht so.
Viele Menschen bleiben beim Vorbeiflanieren stehen und freuen sich herzlich an der Schönheit der sich selbst gestalten-lassenden Natur, fotografieren und werfen herzliche Worte über den Zaun.
Unser Stolz sind einheimische Orchideen, die „von selbst“ den Weg zu uns gefunden haben.
Darüber hinaus sind auch wir sehr empfänglich für die Verführungen im Gartencenter ;-)
ja, was soll man da noch sagen? Eine Rose ist nun `mal eine Rose und springt nahezu eigenständig in den Einkaufswagen …
Rosen sind eine Schwäche, ein Kontrapunkt zu r sich frei entfalten dürfenden Blumenwiese.
Seit wir imkern sind wir noch deutlich mehr sensibilisiert für unsere 6-beinigen Zeitgenossen, deren Nöte, deren Bedürfnisse und deren Wichtigkeit in unseren Ökosystemen. Somit ist es selbstverständlich, daß auch Aus- und Abgeblühtes länger stehen bleiben darf.
Zieht so langsam der Herbst ins Land, wird es ruhiger, das Licht gedämpfter und der satt-warme Luftgeruch zeigt das Ende des Sommers an.
Die Tage werden allmählich kürzer und die Abende länger, leiser und kühler – die Natur zieht sich zurück, die bunte Blätterpracht sendet noch Grüße ferner warmer Tage …
und verspricht schon ein neues grünendes Hoffnungsglück
Einerlei, wann Sie zu uns kommen; Sie finden unseren Garten so vor, wie ihn unsere tierischen Mitbewohner schätzen. Das kann mitunter auch wenig unbearbeitet, ja vernachlässigt vorkommen! Wie heißt es schön, wer den Schmetterling will, muß auch die Raupe ertragen. Geben wir den Raupen Lebensraum

